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Hat dein hochsensibles Kind Wutanfälle?


Hochsensibles Kind Wutanfälle

Inhalt

 

Wenn du wissen willst, ob auch dein Kind hochsensibel ist, dann mach gerne diesen individuellen hochsensible Kinder Test.

 

Immer wieder Wutanfälle


Der Wasserbecher hat nicht die gewünschte Farbe. Die Reihenfolge der Anziehsachen wurde nicht richtig eingehalten. Es darf nicht noch ein weiterer Schokokeks gegessen werden. Die Spielsachen sind nicht an ihrem bestimmten Platz. Im Laufe eines durchschnittlichen Tages gibt es viele Dinge, bei denen aus scheinbar heiterem Himmel dein hochsensibles Kind Wutanfälle bekommen kann. Gerade hochsensible Kinder scheinen manchmal bei vermeintlichen „Kleinigkeiten“ völlig außer sich zu geraten. Manche steigern sich immer weiter in ihre Wut hinein und haben Probleme damit, sich selbst wieder zu beruhigen. Jedenfalls scheint es von außen so für die Eltern. Was genau dahinter steckt und wie du damit umgehen kannst, erfährst du hier.


Hochsensibles Kind Wutanfälle

Darum bekommt dein hochsensibles Kind Wutanfälle


Hochsensible Kinder erleben intensive Gefühle


Hochsensible Kinder nehmen überdurchschnittlich viele sensorische Reize auf und verarbeiten diese auch intensiver als die meisten anderen Kinder. Doch nicht nur die Signale von Außen werden intensiver verarbeitet, auch die Signale von „Innen“ gehen tiefer. Emotionen fühlen sich für hochsensible Kinder besonders tiefgreifend an, sie erleben sie auch körperlich sehr intensiv. Wenn etwas nicht so ist, wie die Kinder es kennen oder sich wünschen, dann schlägt ihr empfindsames Nervensystem schnell Alarm. Sie geraten in einen Stresszustand - den Kampf-oder-Flucht-Modus. In ihrem Körper wird viel Energie mobilisiert, das Herz schlägt schneller, die Atmung ist flacher und alles ist auf Verteidigung und Schutz eingestellt. Von außen sehen wir eine große Wut - der Kampfmodus ist angesprungen.


Autonomiephase und Emotionsregulation


Besonders Kleinkinder von ca. 2-6 Jahren haben naturgemäß immer wieder solche „Wutanfälle“. Sie sind einfach in einer Phase, in der sie lernen, ihre Gefühle zu steuern und zu regulieren. Das ist ihnen rein körperlich nicht einfach so möglich. Es ist ein Prozess, der mit viel „Übung“ verbunden ist und in welchem sie die Unterstützung ihrer Bezugspersonen brauchen.


Diese Übung der Emotionsregulation (ihre Gefühle verarbeiten und steuern) fällt zusammen mit der sogenannten Autonomiephase. Die Kinder möchten viele Dinge selbst und alleine machen und bestehen oft darauf, ihren eigenen Willen durchzusetzen. Sie bilden ihr Selbstbewusstsein heraus und möchten Erfolgserlebnisse feiern. Sie entwickeln sich in eine individuelle, eigene Person, nachdem sie als Baby noch viel mit ihren engsten Bezugspersonen „verschmolzen“ waren. Hier ist auf Seiten der Eltern viel Kraft, Geduld und Feinfühligkeit gefragt, um den Selbstwert der Kleinen optimal zu fördern und ihnen zu helfen, gut und sicher mit ihren intensiven Gefühlen umzugehen.


Kind hochsensibel aggressiv

Können hochsensible Kinder aggressiv sein?


Dein Kind ist hochsensibel und aggressiv? Wenn ein hochsensibles Kind Wutanfälle hat, kann es auch so scheinen, als wäre es aggressiv. Dahinter steckt kein böser Wille, sondern eine körperliche Schutzreaktion. Das Kind ist im sogenannten „Kampfmodus“. Sein Nervensystem hat irgendeine (vermeintliche) Gefahr wahrgenommen und es versucht sich jetzt automatisch zu verteidigen.


Aggressiv kommt von Angriff. Das Kind möchte aber nicht aus dem Nichts heraus angreifen. Es möchte sich vielmehr verteidigen. Der Kampfmodus ist ein Schutzmechanismus unseres Körpers. Letztendlich funktioniert unser Körper noch ziemlich genauso, wie in der Steinzeit. Da war es überlebenswichtig, dass wir schnell von Sicherheit, Ruhe und Entspannung auf Angriff und Verteidigung umspringen konnten. Wenn plötzlich der Bär vor der Höhle steht, dann ist keine Zeit für Überlegungen. Dann ist sofort Ausnahmezustand.


Denken funktioniert in diesem Zustand nicht mehr gut. Es steht jetzt eine körperliche Schutzmaßnahme im Vordergrund, getrieben vom inneren Überlebensinstinkt. Das klingt dramatisch, wenn es nun eigentlich nicht um Leben oder Tod, sondern nur um einen Schokokeks geht. Dennoch ist es genau das, was für dein hochsensibles Kind gerade passiert. Die Unterscheidung zwischen Lebensgefahr oder „Kleinigkeit“ ist etwas, was in dieser Phase noch geübt wird.


hochsensibles Kind schlägt

Dein Hochsensibles Kind schlägt


Manche Kinder fangen im Kampfmodus auch an zu schlagen. Auch das hat nichts mit „Bösartigkeit“ zu tun. In ihrem Körper wurde automatisch viel Energie mobilisiert, um sich gegen eine vermeintliche Gefahr verteidigen zu können. Irgendwo muss sich diese Energie nun entladen. Diese Impulse sind sehr schwer zu kontrollieren und zu steuern. Auch vielen Erwachsenen fällt es schwer, „sich zu beherrschen“, wenn sie aufgebracht sind.


Gerade Kleinkinder können sich in solchen Momenten noch nicht kontrollieren. Deshalb entlädt sich z.B. so die aktivierte Energie, wenn ein hochsensibles Kind schlägt. Manche beißen auch, schreien, rennen herum. Als Eltern hilft es, wenn wir unser Kind in diesen Momente unterstützen, statt zu strafen und sichere Wege entwickeln, um die Energie herauszulassen (z.B. in ein Kissen schreien, auf das Bett oder eine Decke schlagen, mit den Kuscheltiere „kämpfen“).


Wie beruhigt man hochsensible kinder

Wie beruhigt man hochsensible Kinder?


Gerade wenn du als hochsensible Mutter ein gefühlsstarkes Kind hast, kann es sehr herausfordernd sein, dein Kind in einem Wutanfall optimal zu begleiten. Für hochsensible Mütter gehen auch die Gefühle und Gefühlsausbrüche unserer Kinder schnell auf uns über und berühren uns tief. Dein Kind braucht aber in diesem Moment einen Leuchtturm in der Brandung. Sicherheit ist hier das Stichwort.


Wenn ein hochsensibles Kind Wutanfälle hat, dann hat es eine Gefahr vernommen. Der Auslöser ist in diesem Moment egal (und auch ob es eine angemessene Reaktion ist). Wichtig ist jetzt, dass das Kind eine Bezugsperson hat, die Signale für Sicherheit aussendet. Die anerkennt, dass das Kind sich gerade so fühlt, wie es sich fühlt. Das es erst mal okay so ist. Und die dann gemeinsam schaut, was individuell helfen kann, damit sich das Kind wieder sicher fühlt und sein Körper den Ausnahmezustand beenden kann.


Signale für Sicherheit können der melodische Klang der Stimme sein. Eine offene, zugewandte Körperhaltung. Ein freundlicher Gesichtsausdruck. Humor und Spiel kann in manchen Situationen ebenfalls Sicherheit ausstrahlen. Wichtig ist, dass wir Eltern darauf achten, dass es uns selbst dabei noch gut geht. Nur wenn wir selbst in einem sicheren und ruhigen Zustand sind und nicht in eine Stressreaktion verfallen, können wir unser Kind optimal durch seinen Gefühlsausbruch begleiten.

 

Johanna Schön ist Heilpraktikerin auf dem Gebiet der Psychotherapie und Expertin für hochsensible Kinder.

 

In der kostenlosen Schön & Sicher Checkliste lernst du mehr darüber, wie du Sicherheit für dein hochsensibles Kind ausstrahlen kannst.


Im Live 1:1 Online Elterncoaching stärkst du eure Beziehung und sorgst für einen optimalen Umgang mit intensiven Gefühlen. Hier erfährst du mehr über das Online Elterncoaching für Eltern mit hochsensiblen Kindern:

Du kannst auch den Online Elternkurs: "Hochsensible Kinder fördern" machen. Darin lernst du eigenständig, wie du dein hochsensibles Kind besser verstehst und optimal unterstützen kannst.


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